"Was du nie sehen wirst" von Sascha Bronwasser
Ein vollendeter Roman über Angst und Ambition, über die Gewalt des Blicks und die Kraft der Worte
1989. Hals über Kopf bricht Marie ihr Fotografiestudium ab und verlässt die niederländische Provinz, um in Paris eine Stelle als Au-pair anzunehmen. Inmitten der fremden Sprache, der flirrenden Weltstadt versucht sie, den schrecklichen Verrat, den ihr großes Vorbild Flo an ihr begangen hat, hinter sich zu lassen. Währenddessen stürzt die Familie, für die sie arbeitet, immer tiefer in die Krise.
Jahrzehnte später, 2015, nach dem schrecklichen Attentat auf den Pariser Musikclub Bataclan, erkennt Marie endlich die Zusammenhänge. Erkennt, warum seine Angstzustände Philippes Leben zerstört haben, aber auch, warum ihre Geschichte mit Flo 1989 noch längst nicht abgeschlossen war.
„Was du nie sehen wirst“ ist ein höchst kunstvoll komponierter und toll formulierter Roman, der zwar vom Zufall handelt, literarisch aber nichts dem Zufall überlässt. Man liest ihn atemlos, bis zum Schluss. Denn erst dort löst sich alles auf…
Ein Buchtipp von Katharina Rodermund