„Alles in meinem Leben endet in einem Buch“

André Uzulis stellt Biografie über Hans Fallada vor

Die Überschrift dieses Artikels stammt von Hans Fallada (1893-1947), der damit den Sinn seines Lebens mit seinen Höhen und Tiefen treffend umschreibt. Seine tatsächlichen Erlebnisse waren in fast allen seiner Romane der Anstoß und Ausgangspunkt seiner schriftstellerischen Arbeiten. Dr. André Uzulis ist seit 2012 Pressesprecher des Bistums Trier, er hat sieben Jahre für die Biografie recherchiert, die jetzt zum 70. Todestag von Fallada erschienen ist. Das Buch wird am 9.März 2017 vom Autor in der Altstadt Buchhandlung in Wittlich vorgestellt.

In seiner im Steffen Verlag in Berlin Anfang des Jahres erschienenen Biografie über Hans Fallada hat Uzulis auf der Grundlage neuer Dokumente und bisher wenig beachteten Archivmaterials ein erweitertes Bild des populären deutschen Schriftstellers gezeichnet. Uzulis ist der Meinung, dass wegen der engen Verknüpfung von Leben und Werk ein Blick auf Falladas Leben besonders wichtig ist, um seine Romane zu verstehen. Fallada sei nur aus seiner Biografie her, nur aus den Wechselbeziehungen seines  Lebens zu seiner Zeit heraus, zu verstehen. Er stellt deshalb sowohl den  öffentlich gelobten und auch gescholtenen Schriftsteller wie auch die menschlichen Stärken und Schwächen des Ehemannes und Vaters heraus.

Berühmt wurde Fallada, der im bürgerlichen Leben Rudolf Ditzen hieß, mit seinem 1932 erschienenen Roman „Kleiner Mann – was nun?“. Dieses Psychogramm des deutschen Kleinbürgers vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten zeichnete sich durch eine genaue Schilderung des Alltags und eine realistische Darstellung aus. Den Schlusspunkt seiner schriftstellerischen Laufbahn setzte 1946 der Roman „Jeder stirbt für sich allein“. Mit diesem Roman war Fallada der erste Schriftsteller in Deutschland, der die gerade überwundene nationalsozialistische Diktatur literarisch deutete. Dazwischen liegen so erfolgreiche Werke wie beispielsweise „Der eiserne Gustav“ (1938), „Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“ (1934) oder „Der Trinker“, den er 1944 im Gefängnis geschrieben hat. Falladas Romane waren Bestseller, die vielfach übersetzt wurden und im In- und Ausland hohe Auflagen erreichten.

André Uzulis lebt in der Eifel und im Berchtesgadener Land. Der 1965 in Hannover geborene Autor hat Geschichte und Politikwissenschaften studiert und über Nachrichtenagenturen im Dritten Reich promoviert. Nach einem Volontariat bei der „Braunschweiger Zeitung“ arbeitete er für diverse Zeitungen, Rundfunkanstalten und Medienagenturen. Er war acht Jahre lang Chefredakteur des „Nordkurier“ in Neubrandenburg.

Die Lesung findet am Donnerstag, dem 9. März 2017 um 19.30 Uhr in der Altstadt Buchhandlung statt. Eintrittskarten können ab sofort in der in Wittlich, Burgstraße 36  (Telefon: 06571/96023; info@altstadt-buchhandlung.biz) erworben werden. Die Eintrittskarte kostet 6 Euro.

andre_uzulis_0.jpg